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Infobroker beauftragen: Kosten, Ablauf und worauf Sie achten sollten

· Unternehmensberatung Browenz
Infobroker beauftragen: Kosten, Ablauf und worauf Sie achten sollten

Wer zum ersten Mal einen Infobroker beauftragen möchte, steht oft vor einer ungewohnten Situation: Ein Dienstleister, der Informationen beschafft – kein klassisches Produkt, kein standardisiertes Angebot. Was kostet das? Wie läuft das ab? Und woran erkennt man einen seriösen Anbieter? Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen aus der Praxis.

Was macht ein Infobroker eigentlich?

Ein Infobroker – auch Recherchedienstleister oder Information Professional genannt – recherchiert im Auftrag von Unternehmen, Anwälten, Marketingabteilungen oder Einzelpersonen. Im Unterschied zur einfachen Google-Suche greifen professionelle Infobroker auf kostenpflichtige Datenbanken, Handelsregister, internationale Presseportale, Patentdatenbanken und andere Quellen zu, die dem Laien entweder unbekannt oder nicht zugänglich sind.

Das Spektrum typischer Aufträge reicht von der Unternehmensrecherche (Bonität, Gesellschafter, Beteiligungen) über Markt- und Wettbewerbsanalysen bis hin zur Markenrecherche, Pressebeobachtung oder der Beschaffung juristisch relevanter Dokumente. Der Auftraggeber spart nicht nur Zeit – er bekommt in vielen Fällen schlicht Informationen, die er alleine nicht hätte finden können.

Der typische Ablauf einer Beauftragung

1. Anfrage und Briefing

Am Anfang steht ein konkretes Informationsbedürfnis: Was genau soll herausgefunden werden? Je präziser das Briefing, desto treffsicherer das Ergebnis. Ein guter Infobroker wird bei der Anfrage Rückfragen stellen – zum Verwendungszweck, zum gewünschten Detailgrad und zur Aktualität der Informationen.

Hilfreich sind dabei Angaben wie:

  • Welche Länder oder Märkte sollen berücksichtigt werden?
  • Wie aktuell müssen die Quellen sein?
  • Gibt es bereits vorhandene Informationen, die als Ausgangspunkt dienen können?

2. Angebot und Kostenschätzung

Nach dem Briefing erstellt der Dienstleister in der Regel ein Angebot oder eine Aufwandsschätzung. Da Recherchearbeiten nicht immer exakt planbar sind, arbeiten viele Infobroker mit Stundensätzen kombiniert mit einer vereinbarten Obergrenze.

3. Durchführung der Recherche

Die eigentliche Arbeit findet unsichtbar für den Auftraggeber statt. Je nach Auftrag dauert das wenige Stunden oder mehrere Tage. Bei komplexen internationalen Recherchen kann es auch länger dauern.

4. Ergebnislieferung

Das Ergebnis wird meist als strukturiertes Dokument übergeben – mit Quellenangaben, Einordnung der Ergebnisse und gegebenenfalls einem Executive Summary. Qualitätsbewusstsein zeigt sich hier: Belastbare Quellen müssen klar von Sekundärquellen oder unsicheren Angaben getrennt sein.

Was kostet ein Infobroker?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht – aber eine realistische Orientierung schon. Stundensätze für professionelle Infobroker in Deutschland liegen häufig zwischen 60 und 150 Euro netto, je nach Erfahrung, Spezialisierung und Rechercheaufwand. Einfache Unternehmensauskünfte können bereits für unter 100 Euro erhältlich sein; umfangreiche Marktanalysen oder internationale Recherchen kosten schnell mehrere hundert bis tausend Euro.

Einige Dienstleister bieten auch Pauschalpreise für definierte Standardrecherchen an, etwa eine Handelsregisterauskunft inklusive Aufbereitung.

Auf günstige Pauschalangebote ohne Leistungsbeschreibung sollte man skeptisch reagieren. Gute Recherchearbeit erfordert Zeit, Zugang zu Datenbanken und Fachwissen – das hat seinen Preis.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Fachliche Qualifikation

Der Begriff „Infobroker" ist in Deutschland nicht geschützt. Ein Blick auf den beruflichen Hintergrund lohnt sich: Ausgebildete Informationsfachleute, Bibliothekare oder Personen mit Abschlüssen im Bereich Information und Dokumentation bringen methodisches Rüstzeug mit. Der Berufsverband Information Bibliothek e. V. (BIB) gibt einen guten Überblick über die Berufsbilder und Qualifikationswege in diesem Bereich.

Transparenz über Quellen und Methoden

Ein seriöser Recherchedienstleister nennt seine Quellen. Wer Ergebnisse ohne Quellenangabe liefert, macht es dem Auftraggeber unmöglich, die Verlässlichkeit der Informationen einzuschätzen.

Datenschutz und Vertraulichkeit

Informationsrecherche im geschäftlichen Umfeld berührt häufig sensible Daten – über Wettbewerber, Geschäftspartner oder Personen. Ein professioneller Anbieter klärt vorab, wie mit Auftragsdaten umgegangen wird, und arbeitet im Rahmen der DSGVO.

Klare Kommunikation bei Problemen

Nicht jede Recherche liefert das erhoffte Ergebnis. Manchmal sind Informationen schlicht nicht verfügbar oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu beschaffen. Ein guter Infobroker kommuniziert das offen – und empfiehlt gegebenenfalls, den Auftrag anzupassen.

Wann lohnt sich die Beauftragung?

Ein Infobroker lohnt sich immer dann, wenn die eigene Recherche entweder zu zeitaufwendig, zu lückenhaft oder methodisch unsicher wäre. Typische Anlässe:

  • Vor einer Geschäftspartnerschaft – Bonität und Hintergrund eines potenziellen Partners prüfen
  • Bei Markteintritt – Wettbewerbslandschaft in einer neuen Branche oder einem neuen Land verstehen
  • Bei rechtlichen Fragestellungen – Markenrecherche vor einer Anmeldung, Recherche zu Schutzrechtsverletzungen
  • Für Medien und PR – strukturierte Presseauswertung zu einem Thema oder Unternehmen

Gerade für mittelständische Unternehmen, die keine eigene Research-Abteilung haben, kann ein externer Recherchedienstleister eine kosteneffiziente Alternative zur aufwendigen Inhouse-Lösung sein.